Sonntag, 22. Januar 2017

Vom (einig) Werden



Will ich das Licht sehen, sollte ich aus dem Dunkel heraustreten und aufs Licht schauen.
Will ich Frieden, steht es außer Frage, dass ich dafür friedlich denken muss.
Will ich Liebe, dann bekomme ich sie nur, wenn ich lieben kann.
Kein Mensch kann Frieden, Liebe oder Licht wahrnehmen, wenn er sich mit Angst, Wut oder Hass gefüllt hat.
Ich mach die Augen zu, wenn ich Wesentliches sehen möchte. Die Augen schauen mir oft zu körperlich. Nur manchmal schaffe ich es, durch sie hindurch auf das Dahinter zu blicken. Gebe ich der Materie den Vortritt, sehe ich stets Getrenntes; Dinge, die sich voneinander unterscheiden, Menschen, die sich absolut nicht gleichen. Will ich auf dieser Erde leben, muss ich alles unterscheiden können und den Schmerz der Trennung akzeptieren. Der Schmerz wird immer unwichtiger, je mehr ich erfahre, dass hinter dem Geteilten ein Ganzes steckt, was alles verbindet. Das wiederum kann ich erfahren, je besser ich auf meine Gedanken aufpasse, die gar zu gern hin zur Angst, zur Wut und zum Hass laufen wollen. Sie sind das gewohnt, der Weg dorthin ist in jahrelanger Arbeit breitgetreten. Doch ebenso arbeite ich an einem anderen Pfad, der ebenfalls in mir angelegt ist. Ich brachte ihn mit auf die Erde und brauche ihn „nur“ wieder freilegen. Dabei verwächst sich der andere Weg und die Gedanken kommen williger mit dorthin, wo ich es ihnen sage. Letztendlich tut es uns allen gut – meinem Denken, meinen Gefühlen und … mir.

Samstag, 17. September 2016

Lass doch mal die Gedanken frei!



Die Gedanken sind frei – so heißt es. Ich weiß ja, wie es gemeint ist und will dennoch anmerken, dass mir scheint, sie können mit Freiheit ähnlich wenig anfangen, wie wir Menschen. Die Fesseln der Gewohnheit sind ihnen lieb geworden, die legen sie nicht einfach ab. Beobachte ich meine Gedanken im Geheimen, lass sie frei und ohne Kontrolle, dann sehe ich, wie sie sich flink am nächsten Stammtisch versammeln mit stets denselben Themen. Probleme nennen sie sie und bauen damit ganze Paläste. Das Fundament bildet die allgegenwärtige Angst. Wände, Fenster und Türen bestehen aus Sorgen, Zweifel, Ärger und Wut, das Dach bildet sich aus Schuldzuweisung. Meine, ach so "freien", Gedanken bauen so lange, bis mein Kopf dröhnt und ich mich beschwert durch den Tag schiebe. 
Will ich das? Mitnichten!
Ich werde aufmerksamer und halte meine Gedanken an der kurzen Leine. Selbstverständlich sind sie gewitzt und entfleuchen mir immer wieder einmal, wenn ich mich zu sehr auf die Welt fokussiere oder ich zu müde bin. Häufiger jedoch habe ich sie unter Kontrolle und werde so Herrscherin über meinen Kopf. Ich puste frischen Wind in das Problemgebäude, lache das graue Fundament weg. Die Gedanken werden leichter, mein Kopf und ich auch. So kommt es, dass meine Mundwinkel langsam wieder nach oben ziehen und ich meine angeborene Fröhlichkeit freischalten kann. 
Das Wundervolle an diesem leichten Sein ist für mich, dass es sich ausbreitet und somit anderen Menschen ebenfalls Flügel wachsen lässt oder zumindest für einen Augenblick ein Lächeln ins Innere sendet. Ich sehe: Friede und Freude sind genauso ansteckend wie es vorher Angst und Wut waren. 
So will ich nach und nach gesunden und damit meine Welt infizieren.