Sonntag, 14. Januar 2018

Tor im Dunkeln



Da sitz ich nun, ich armer Tor
Schau auf das Dunkle, wie zuvor
Ich sehe hin zum finstern Keller
Habe Angst, das Herz rast schneller.
Wie’s furchtbar schwarz von unten droht
Wie heiß mein Kopf, ich bin in Not.

Doch eh ich länger so verharre
Und nie mehr rauskomm aus der Starre
Hebt langsam sich mein Arm hinauf
Zum Schalter hin, die Hand drückt drauf.
Und plötzlich seh ich nur noch Licht
Vorbei die Angst, das Finstre wich.

Und künftig will ich’s stets so halten
Wenn’s dunkel wird in meinem Geist
Zum Schalter hin, das Licht einschalten

Sonntag, 31. Dezember 2017

Stell Dich Dir selbst



Es ist wichtig, sich all seinen Eigenschaften und Emotionen zu stellen. Keine von ihnen sollte weggedrückt werden oder im Dunkel des Unbewussten gelassen. Dort, im Untergrund stellen sie oft Dummes an, bringen Krankheiten oder begeben sich plötzlich an die Oberfläche, wenn man nicht mit ihnen rechnet.
Natürlich ist es ein äußerst schmerzhafter Prozess, dieses Sich-Stellen. Es scheint einen fast zu töten, man fühlt sich als riesiges Untier. Doch die Eigenschaften und Emotionen haben sich an die Lebenskraft gebunden. Unterdrückt steht einem also auch nicht die eigene Energie vollends zur Verfügung. Doch das Auseinandersetzen mit diesen Manifestationen der Kraft bringt sie ans Licht. Sich zu ihnen zu bekennen, egal wie schrecklich sie erst einmal erscheinen, macht sie beherrschbar. Sie können so nach und nach umgelenkt werden in aufbauende Gefühle, um sie eines Tages als reine Kraft jederzeit verfügbar zu haben. Dann kann sie endlich dorthin fließen, wo sie aktuell gebraucht wird. In das Denken oder ins Saubermachen, ins Holz hacken oder in die Kampfkunst, in Freude, Ernsthaftigkeit oder Mitgefühl, und zwar zu jeweils 100 Prozent.
Aus meiner heutigen Sicht kann ich sagen: diese Art der inneren Arbeit lohnt sich.